Fernschreibbetriebszentrale
Mittwoch, 29. März 2017 - 15:07 Uhr

Fernschreibbetriebszentrale

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Eingangstür zum Gefechtsposten 560, diese Tür war eigentlich immer geschlossen und mit Blindknauf versehen, Besucher mußten sich per Klopfzeichen bemerkbar machen, was nicht immer durch die Lautstärke der Geräte vom diensthabenden Personal gehört wurde. Wenn sich nur ein Techniker in der Zentrale befand weil der zweite essen oder rauchen war und mit dem herstellen einer Verbindung beschäftigt war, dauerte es manchmal einige Minuten bis der Besucher (z.Bsp.Leiter der Zentrale/Diensthabender Nachrichtentruppen etc.) eingelassen wurde. Das war aber normal und jeder wußte das auch, zumal es nur einen Schlüssel für diesen Gefechtsposten innerhalb der Besatzung gab.

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3D Ansicht vom Betriebsraum heute ohne Technik

 Die Fernschreibbetriebsmechaniker wurden durch 2 männliche Betriebstechniker mit Unteroffiziersdienstgrad gestellt. Sie hatten mehr als 20 Geräte vom Typ T206/T207 in Ihrer Verantwortung. Ein festgelegter und unbedingt einzuhaltender Wartungsplan mit den angebundenen Gegenstellen im WV (Warschauer Vertrag) z.Bsp. in Minsk, Moskau, Warschau, Prag usw. prägte maßgeblich den Dienst von beiden Technikern. In dieser Zeit galt es ein Maß an Konzentration und körperlichem Tun sicher zu stellen, verbrauchte Röhren in den Geräten mußte durch neue ersetzt werden um eine stabile Verbindung mit der Gegenstelle zu bekommen. Der immer gleichbleibende Klang von fast 20 Geräten (Lüftern) und eine Raumtemperatur von 25-28 Grad machten das Leben der diensthabenden Techniker nicht gerade einfach. Der größte Feind war aber der Strom, gab es nur geringe Abweichungen im Schutzbauwerk mußten alle in betrieb befindlichen Verbindungen mit neuen Chiffriermitteln versehen werden und alle Verbindungen neu aufgebaut werden, was einem Arbeitsmarathon von ca. 60-90 Minuten zur Folge hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten beiden Techniker alle Hände voll zu tun und es galt nach Dringlich- und Wichtigkeit der Verbindungen Kontakt mit den Gegestellen aufzunehmen, daß war die Stunde wo man sich bei der Auswertung des Gefechtsdienstes einen guten Namen und event. Sonderurlaub holen konnte.

 

Zur Zentrale ansich, die abgebildeten schweren Untergestelle "Bänke" sind hier in einer Ecke zusammen gestellt worden und ein Teil wurde in den Speisesaal im Altbau als Sitzgelegenheiten verbracht. Weiterhin kann man noch an den Wänden die Kabelhalterungen und Steckdosen für die Geräte erkennen, auch ein Teil der Gerätenummerierung an der Kabelbahn oben ist noch erhalten geblieben. Auf den zwei großen Aussparungen im Fußboden die hier abgedeckt sind, befanden sich der Orts-und Fernverteiler die zusammen mit der Technik abgebaut wurden. Dort hatte die Besatzung die Möglichkeit jedem Gerät im Raum den entsprechenden Nachrichtenkanal und den dazugehörigen Fernschreibplatz in der Fernschreibzentrale zu zuordnen. Man war also innerhalb weniger Minuten in der Lage ein Gerät auf einen bestimmten Kanal umzuschalten, ohne das Rangierarbeiten an Verteilern notwendig waren. Dieses System war damals ein absoluter Fortschritt und wurde auch von unseren Armeeangehörigen immer weiter entwickelt/verbessert.

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 Auf dem unteren Bild sieht man noch unseren Besenschrank, darin befanden sich alle Reinigungsmittel wie Schrubber/Eimer und spähter auch eine Bohnerkeule. Mitte der 80èr Jahre bekamen wir Linolium in die Zentrale, vorher wurde der Fußboden mit brauner Alkydharzfarbe einmal im Jahr zur Revision gestrichen was immer einen tagelangen stechenden Geruch verursachte, dies wurde auch bei anstehenden Besuchen der militärischen Führung oft durchgeführt nur damit der "Absolute Eindruck" entstand.

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Die hier als Graphik dargestellte Technik ist das Fernschreibchiffrier Gerät vom Typ T206 MT mit seinen Chiffrierkassetten und der Gerätezusammensetzung.

 

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Die folgenden Bilder sind Originalaufnahmen die während des Gefechtsdienstes unter Androhung von Höchststrafen von der diensthabenden Besatzung gemacht wurden. Es sind die Geräte vom Typ T206 3M1 und T206MT zu sehen.

 

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In der ehemaligen Zentrale haben neue Anschauungstafeln und eine kleine Übersicht sowie die Reste des Reisswolf Ihren neuen Platz gefunden. Hier bekommt nun der Besucher einen kleinen Einblick in die Standortverteilung auf dem Gebiet der ehemaligen DDR.

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